Österreichische Welterbestätten
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- Published on Friday, 08 April 2011 08:48
Österreich ratifizierte im Dezember 1992 die Welterbekonvention (BGBl. Nr 60/1993).
Von Österreich wurden bisher acht Stätten in die UNESCO Welterbeliste eingetragen:
Das historische Zentrum der Stadt Salzburg (1996)
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Die Bedeutung der fürsterzbischöflichen Residenz Salzburg, einem der ältesten geistigen Zentren Mitteleuropas, reicht bis in die Frühzeit der abendländischen Kultur zurück.
Der Bischofssitz, das älteste kontinuierlich bestehende Erzbistum nördlich der Alpen, der Dom und die in karolingische Zeit zurückgehenden, bis heute in lebendiger Tradition erhaltenen Klöster von St. Peter und Nonnberg bildeten den Kern, von dem die bauliche Entwicklung der in ihrer historischen Konzeption und Substanz wohlerhaltenen Stadt ausging.
Da die Erzbischöfe von Salzburg durch alle Jahrhunderte bedeutende Künstler beschäftigten, entwickelte sich die Altstadt allmählich zu einem einzigartigen, von der Festung Hohensalzburg dominierten städtebaulichen Ensemble. Unter der eindrucksvollen Silhouette der Türme und Kuppeln der vielen Kirchen reihen sich die geschlossenen Fassadenprospekte der Bürgerhäuser an den Plätzen und verwinkelten Gassen zu beiden Seiten der Salzach. Die Salzburger Musik– und Festspieltradition, mit dem Namen des in der Stadt geborenen und aufgewachsenen Wolfgang Amadeus Mozart untrennbar verbunden, ist eine weitere Dimension in der Bedeutung dieser Stadt und gehört mit zum besonderen Flair dieses unikalen Stadtdenkmals.http://www.salzburg.info/
- Schloss und Park von Schönbrunn (1996)
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Vom Jagdschloss zum Sommersitz und später zur Hauptresidenz des Kaiserhauses aufgestiegen, repräsentiert Schönbrunn als bedeutendstes der kaiserlichen Schlösser Aufstieg und Glorie des Habsburgerreiches.
Auf dem Höhepunkt habsburgischer Machtentfaltung zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als nach der Türkenbelagerung 1683 die wiedergewonnene Bedeutung des kaiserlichen Wien sich in den großen Leistungen der Barockkunst widerspiegelte, wurde der Ausbau von Schönbrunn zu einem der wichtigsten Projekte in der Haupt- und Residenzstadt.
Als Hauptwerk im Oeuvre des bedeutenden Barockarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach zählt Schloss Schönbrunn mit seiner Gartenanlage und seiner reichen Ausstattung zu den wichtigsten barocken Schlossbauten in Europa. Das Erscheinungsbild der Anlage wurde vor allem in der Regierungszeit Kaiserin Maria Theresias geprägt, die Schönbrunn zu ihrer Residenz erwählte. Schloss und Garten gelten als Synonyme für habsburgische Repräsentation und Prachtentfaltung während des habsburgischen Kaisertums bis zum Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie. Die Gesamtanlage von Schönbrunn – in das Ensemble ist auch der 250 Jahre alte Tiergarten integriert – ist in ausgezeichnetem Zustand erhalten.
Die Aufgabe der Denkmalpflege ist es, darauf zu achten, dass Schloss und Park von Schönbrunn entsprechend ihrer Bedeutung erhalten und gepflegt werden, wozu es u.a. nötig sein wird, den Tourismus in verträglichen Grenzen zu halten. - Die Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein / Salzkammergut (1997)
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Die historische Kulturlandschaft Hallstatt – Dachstein ist Teil des Salzkammergutes und zeichnet sich durch seltene Fauna und Flora, bedeutende archäologische und speläologische Fundstätten sowie durch eine sich über zweieinhalbtausend Jahre erstreckende kulturelle Kontinuität aus.
Das Kerngebiet dieser Kulturlandschaft rund um Hallstatt wird vom Hohen Dachstein im Süden, dem Gosaukamm und den Gosauseen im Westen, dem Gosauzwang im Norden und dem Ostufer des Hallstätter Sees begrenzt und ist von einer auch in die Bundesländer Salzburg und Steiermark reichenden großflächigen Pufferzone umgeben.
Die besondere Bedeutung Hallstatts beruht auf seinem archäologischen Erbe: Die Salzgewinnung, die bis in die mittlere Bronzezeit zurückreicht, hat den einstigen Reichtum der Bevölkerung begründet. Heute lässt sich dieser Wohlstand an Hand der exzeptionellen Grabfunde, nach denen eine ganze Epoche den Namen „Hallstattzeit“ erhalten hat, nachweisen. Darüber hinaus hat der am Ufer des Sees liegende Ort Hallstatt – eine ursprünglich mittelalterliche, nach einem Brand barock wieder aufgebaute Siedlung – besondere Bedeutung: Durch seine Lage, eingebettet in eine eindrucksvolle Landschaftsszenerie hat der Ort Künstler verschiedenster Epochen zu Veduten angeregt. Dank der Obsorge der Bevölkerung unterscheidet sich die heutige Silhouette des Ortes kaum von diesen historischen Ansichten.http://www.salzkammergut.at
http://www.interaktive.com/Regionen/Hallstatt
- Die Semmeringbahn (1998)
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Die 1848 – 1854 erbaute Semmeringbahn – bis zum heutigen Tag in vollem Betrieb – war die erste vollspurige Bergbahn Europas. Wegen des äußerst schwierigen Terrains und des von ihr bewältigten Höhenunterschieds kann sie mit Recht als die erste Bergbahn der Welt bezeichnet werden.
Der Erbauer der Semmeringbahn, Carl Ritter von Ghega, setzte die kurz zuvor im Lokomotivbau entwickelten neuesten Technologien erstmals zur Überwindung von extremen Steigungen und Kurvenradien ein. Die Semmeringstrecke bewältigt bei einer Gesamtlänge von 41 km einen Höhenunterschied von 460 m. Sie umfasst 14 Tunnel (darunter den 1.431 m langen Scheiteltunnel), 16 Viadukte (davon mehrere zweistöckig) und über 100 gewölbte steinerne Brücken sowie 11 kleine Eisenbrücken. 60 % der Länge haben eine Steigung von 20 – 25 ‰. Die Semmeringstrecke ist fast durchwegs gekrümmt, wobei 16 % den engsten Schienenradius von 190 m aufweisen. Gleichzeitig mit den Streckenbauten wurden Stützmauern, Streckenaufsichtsbauten und Bahnhöfe, die vielfach aus dem Abbruchmaterial der Tunnels errichtet wurden, angelegt und so das geologische Material der Landschaft unmittelbar zur baulichen Gestaltung eingesetzt.
Eine große Schwierigkeit bei der Konzeption der Semmeringstrecke bestand darin, dass sie für den Entwurf nicht richtig vermessen werden konnte, so dass neue Instrumente und Vermessungstechniken zur Bewältigung dieses Problems entwickelt werden mussten. Das Steigungsverhältnis und der minimale Kurvenradius wurden hier erstmals in dieser Größenordnung umgesetzt. Für den Betrieb auf dieser Strecke war auch die Konstruktion von neuen Lokomotiven erforderlich, womit dem Eisenbahnbau wesentliche Impulse gegeben wurden. Die Tunnel und die Viaduktbauten wurden von 20.000 Arbeitern in sechs Jahren errichtet und stellten für die damalige Zeit technisch und organisatorisch eine Großleistung dar.
Die Semmeringbahn wurde schon zur Zeit ihrer Errichtung als „Landschaftsbau“ verstanden, d.h. als harmonische Kombination von Technologie und Natur, die ein einzigartiges Reiseerlebnis bot. Durch sie wurde die Semmeringlandschaft touristisch erschlossen. Zahlreiche Hotelbauten und Villen sind Zeugen dieser Epoche.http://www.semmeringbahn.at/
http://www.noe.co.at/partner/trsued/whsemmeringbahn/home.htm
- Stadt Graz – Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg (1999 u. 2010)
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Graz hat im Vergleich zu anderen Städten Europas in vergleichbarer Größe seine städtebauliche Struktur und reiche, in Jahrhunderten entwickelte Bausubstanz einschließlich der Dachlandschaft erstaunlich gut erhalten.
Die enge Verbundenheit der seit dem Mittelalter um den Schlossberg gewachsenen Stadt mit dem sie durchschneidenden Fluss Mur und die markante topographische Situation am Südrand der Alpen bestimmen das Bild der Stadt. Durch den großzügigen Ausbau als Festung erhielt Graz für Jahrhunderte seine politische und ebenso wichtige kulturelle Bedeutung als Residenzstadt ab 1440. Jede Stilphase von der Gotik über die Renaissance, den Barock bis hin zum Historismus und zur Moderne ist mit charakteristischen Gruppen von Baudenkmalen vertreten, die – einander ergänzend – sich zu einem geschlossenen Gesamtbild zusammenfügen.
Seit der weitgehenden Schleifung der Festung als Folge der napoleonischen Kriege – der Uhrturm konnte von den Grazer Bürgern freigekauft werden – hat Graz vor allem eine ausgeprägte großräumig-regionale sowie kulturell ausstrahlende Bedeutung, konnte sich aber dennoch seine Charakteristik bewahren.Die Stätte wurde 2010 um den Bereich Schloss Eggenberg erweitert.
http://www.graz.at/
- Die Kulturlandschaft Wachau (2000)
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Dieser kurze Abschnitt der Donau – 36 km von insgesamt 2800 km – ist in vieler Hinsicht einmalig.
Die vielfältige Landschaftsstruktur, die zahlreichen bedeutenden Kulturdenkmale und kleinstädtischen Ensembles machen die Wachau zu einer historischen Kulturlandschaft von herausragender Bedeutung. Natürliche Landschaftsformationen (wie etwa das gewundene Donautal, die Auwälder und schroffen Felsen) und vom Menschen gestaltete Elemente wie die Weinbauterrasse, typische Ortschaften und Flurformen, Stifte, Burgen, Ruinen ergänzen einander in harmonischer Weise. Mit ihrem Anteil am warmen, trockenen pannonischen Klima ist die Wachau eine der bedeutendsten Weinbauregionen Österreichs und landschaftlich vom Weinbau seit Jahrhunderten geprägt.
Wegen ihrer in mehrfacher Hinsicht begünstigten Lage wurde die Wachau schon früh besiedelt (die in der Wachau aufgefundene Statuette der „Venus von Willendorf“ ist 26.000 Jahre alt). In römischer Zeit war sie Grenzregion. Seit der Antike hat jede Epoche ein reiches bauliches Erbe von hervorragender Bedeutung hinterlassen. Ein besonderes Charakteristikum sind die Blickpunkte und Sichtachsen zwischen den bedeutenden Monumenten: Von Stift Melk über Schloss Schönbühel, die Ruinen Aggstein, Dürnstein und Hinterhaus erstreckt sich bis zu dem bereits etwas abseits gelegenen, aber weithin sichtbaren Stift Göttweig eine Reihe von markanten Bauwerken mit besonderer Aussicht. Die Schönheit der Flusslandschaft und Bauwerke zog in der Vergangenheit zahlreiche Künstler in ihren Bann, die sie in Bildern festhielten, und lockt auch heute noch viele Besucher an.http://www.arbeitskreis-wachau.at/
http://www.wachau.at/donau/WN/
- Das historische Zentrum von Wien (2001)
- Die Kulturlandschaft Fertö-Neusiedler See (gemeinsam mit Ungarn 2001)
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Die Aufnahme des Neusiedler Sees (ungarisch: Fertö) und seiner Randbereiche in die Liste des Weltkulturerbes wurde von Ungarn und Österreich gemeinsam angestrebt.
Hier war das Bestehen eines weltweit einzigartigen Natur- und Landschaftsgebiets ausschlaggebend, das an der Schnittstelle mehrerer Kultur- und Sprachräume, Klimazonen und Naturräume liegt und daher Kultur und Natur der Region in einem wahrhaft grenzüberschreitenden Sinn repräsentiert. Die Kernzone umfasst auf österreichischem Staatsgebiet Teile des Nationalparks Seewinkel im Osten und den Uferbereich des Neusielder Sees mit dem historischen Zentrum der Freistadt Rust und kleineren Ortschaften, auf ungarischer Seite den Fertö-Hanság Nationalpark, die Siedlung Fertörákos, den Széchenyi-Palast in Nagycenk und das Esterházy-Schloss. Aber nicht nur die Kulturlandschaft Neusiedler See erfährt nun eine gebührende Würdigung – auch der Vielfalt biologischer Habitats und ungewöhnlicher Tier- und Pflanzenarten im Gebiet des einzigen Steppensees in Westeuropa wird mit der Eintragung der Stätte in die Liste des Weltkulturerbes Rechnung getragen.
- http://www.welterbe.org/
- Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen, gemeinsam mit Deutschland, Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz (2011)
111 Pfahlbaufundstellen in sechs Alpenländern, darunter fünf in Oberösterreich (Attersee, Mondsee) und Kärnten (Keutschacher See) bilden das grenzüberschreitende Welterbe. Die Seeufersiedlungen des Alpenraumes zählen zu den bedeutendsten archäologischen Kulturgütern Europas. Die frühesten Beispiele reichen bis 5000 Jahre vor Christus zurück; sie liefern außergewöhnliche Erhaltungsbedingungen für organische Materialien wie Holz, Textilien, pflanzliche Reste oder Knochen und illustrieren so die einzigartig die Geschichte des Alpenraums im Verlauf von Neolithikum, Bronzezeit und Eisenzeit.
Im historischen Zentrum der Stadt Wien werden die drei Schlüsselepochen der europäischen kulturellen und politischen Entwicklung – das Mittelalter, das Barock und die Gründerzeit – durch das städtische und architektonische Erbe außergewöhnlich dargestellt.
Seit dem 16. Jahrhundert wird Wien allgemein als die Musikhauptstadt Europas anerkannt.
Die Wiener Innenstadt mit der Ringstraße und einer „Pufferzone“ im Vorstadtbereich wurde aufgrund ihrer überragenden Bedeutung als einstige Haupt- und Residenzstadt und politisches und geistiges Zentrum des Habsburgerreiches in die Weltkulturerbeliste aufgenommen. Wiens Stellenwert für Musik, Literatur, bildende Kunst bis hin zur Psychoanalyse wurde ebenso berücksichtigt wie die Tatsache, dass die Stadt eine der am besten erhaltenen Metropolen des 19. Jahrhunderts in Europa ist, im Unterschied zu Großstädten, wie etwa Paris oder Berlin, wo die gründerzeitliche Bausubstanz von späteren Bebauungen überformt wurde. Wiens Vergangenheit ist integrierender Bestandteil von Wiens Gegenwart – nicht nur in einem kulturhistorischen Sinn, sondern als Teil der Lebenswelt.
http://www.arbeitskreis-wachau.at/
http://www.wachau.at/donau/WN/

